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Fachverband Werkzeugindustrie setzt auf verstärkten Informationsaustausch bei der Bekämpfung von Plagiaten

Auch Werkzeughersteller werden zunehmend Opfer von Plagiaten, besonders im Ausland. Der FWI unterstützt seine Mitgliedsfirmen dabei, sich vor Produktfälschungen zu schützen.

Nicht nur Hersteller von Konsum- und Luxusgütern mit weithin bekannten Marken, sondern auch kleine und mittelständische Werkzeughersteller sind seit Jahren und mit zunehmender Tendenz von Plagiaten betroffen. Insbesondere auf den neuen, im Gegensatz zum deutschen Binnenmarkt noch erfolgversprechenden Märkten in Asien, Arabien, Osteuropa und Rußland macht dieses Problem den Werkzeugherstellern sehr zu schaffen. Kaum wurde ein neues Produkt oder ein Markenname mit großen Anstrengungen erfolgreich auf diesen doch nach wie vor recht schwierigen Märkten eingeführt, tauchen schon die ersten Nachahmungen zu Kampfpreisen auf. Sofortige Verluste der gerade neu erkämpften Marktanteile sind die direkte Folge. Da die Plagiate jedoch oft von minderwertiger Qualität sind, wiegen die indirekten Folgen noch weitaus schwerer. „Weil die Endkunden oftmals nicht in der Lage sind, ein Plagiat von einem Originalwerkzeug zu unterscheiden, übertragen sie die mit dem gefälschten Werkzeug gemachten schlechten Erfahrungen auf die Originalmarke. Deren Image wird damit stark geschädigt, was zu Umsatzverlusten auch bei anderen Produkten dieser Marke führt“, berichtet FWI-Geschäftsführer Rainer Langelüddecke.

Der Fachverband in Remscheid beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit Plagiaten in der Werkzeugindustrie. Die Schwerpunkte dieser Arbeit sind die Öffentlichkeitsarbeit, die Information der Firmen und Lobbyarbeit. Als außerordentlich erfolgreich haben sich zum z. B. die bereits mehrfach durchgeführten Sonderschauen des FWI auf der Internationalen Eisenwarenmesse in Köln und der Hannover Messe erwiesen. Jeweils gegliedert in die drei Fallgebiete „Patentverletzungen“, „Markenverletzungen“ und „sklavische Nachahmungen“ wurden die jeweiligen Originalwerkzeuge gemeinsam mit ihren zum Teil täuschend echten Nachahmungen ausgestellt. Begleitet wurden diese Ausstellungen, die z. B. auch im Deutschen Werkzeugmuseum gezeigt werden, durch Fachartikel und ergänzende Informationen. So konnten das Fachpublikum und die Endanwender für die Plagiate-Problematik in der Werkzeugindustrie sensibilisiert werden. „Insbesondere bei sehr preiswerten Angeboten oder nicht transparenten Vertriebswegen, wie z. B. bei ebay-Anbietern, sollte der Kunde besser zweimal hinschauen und in Zweifelsfällen beim Originalhersteller nachfragen, um keine minderwertige Kopie zu erwerben, die nicht einmal ihren Billig-Preis wert ist“, empfiehlt Rainer Langelüddecke den Kunden. Eine Neuauflage der Plagiate-Sonderschau des Fachverbands ist für die Internationale Eisenwarenmesse 2006 in Köln geplant.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des FWI ist die Information der Firmen. Der FWI ist eingebunden in ein nationales und europäisches Netzwerk von spezialisierten Organisationen, Behörden und Anwälten. So steht er im engen Kontakt u.a. mit dem europäischen Branchenverband der mechanischen und elektrischen Industrie ORGALIME in Brüssel mit ca. 130.000 Mitgliedsunternehmen, dem Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) in Berlin sowie der Zentralstelle für gewerblichen Rechtsschutz in München. Selbstverständlich ist der FWI auch Mitglied der Aktion Plagiarius e. V.. Die durch diese Kontakte gewonnenen aktuellen Informationen bereitet der FWI auf und gibt sie an seine Mitgliedsunternehmen weiter, so unter anderem durch Empfehlung von spezialisierten Anwälten. Hierbei setzt der Remscheider Verband in Zukunft verstärkt auf den intensiveren Informations- und Erfahrungsaustausch unter seinen Mitgliedern. Ziel ist hierbei, die durchaus positiven Erfahrungen einiger auf diesem Gebiet sehr aktiven Unternehmen auf andere Unternehmen zu übertragen. Da oftmals gleich mehrere Originalhersteller von Plagiaten aus einer Quelle betroffen sind, bietet sich hier sowohl unter dem Aspekt der Kosteneffizienz als auch unter dem der größeren Durchschlagskraft ein gemeinsames Vorgehen an. Der FWI stellt unter seinen Mitgliedern fest, daß auch unter Wettbewerbern die Bereitschaft wächst, sich gegenseitig zu informieren und zu unterstützen.

Die Lobbyarbeit ist ein weiterer wichtiger Baustein in der Strategie des FWI. So hat der Fachverband kürzlich die für die Werkzeugindustrie relevanten Messeveranstalter in Deutschland angeschrieben und verstärkte Aktivitäten zur Verhinderung der Präsentation von Nachahmungen auf den von ihnen veranstalteten Fachmessen gefordert. Ein gutes Beispiel hierfür bietet die Koelnmesse, die bereits seit längerem auf Anregung des FWI entsprechende Klauseln in ihren Ausstellungsbedingungen aufgenommen hat. Diese ermöglichen unter bestimmten Bedingungen den Ausschluß von Ausstellern von der Messe, die durch Plagiate auffällig geworden sind. Aktionen auf Messen müssen jedoch gut vorbereitet werden und können nur Teil einer Gesamtstrategie sein.
Darauf hat der FWI seit Jahren seine Mitglieder regelmäßig, u.a. durch einen seit 1997 mehrfach neu aufgelegten „Leitfaden zur Bekämpfung von Marken- und Produktpiraterie auf Messen“, hingewiesen und findet damit zunehmend Beachtung. Trotz aller Teilerfolge wird das Thema Plagiate jedoch auf der Tagesordnung der Werkzeugindustrie und ihres Verbandes bleiben. Die neue Offenheit und Kooperationsbereitschaft der Firmen auf diesem Gebiet gibt dabei Anlaß zur Hoffnung.

Fachverband Werkzeugindustrie e. V.
Elberfelder Str. 77
42853 Remscheid
Telefon: 0 21 91/4 38-21
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